
Psychotherapie Charta
Standpunkte der Schweizer Charta für Psychotherapie
Psychotherapie ist eine eigenständige Wissenschaft, die sich interdisziplinär aus der Praxis und Theorie entwickelt hat. Sie schöpft aus dem Fundus der Medizin, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, sowie Natur-, Kultur- und Geisteswissenschaften, deren Erkenntnisse sie in ihr eigenes Verständnis, ihre eigenen Konzepte und Theoriebildungen integriert. Psychotherapie als eine Wissenschaft vom Menschen hat ihren Blick immer auf alle Phänomene des menschlichen Lebens auszurichten, sowohl in seinen gesunden wie in seinen kranken Erscheinungsformen.
Der kritisch-wissenschaftliche Dialog, die Anerkennung unterschiedlicher Theorien und menschlicher Seinsweisen entspricht dem Wissenschaftsverständnis der Schweizer Charta für Psychotherapie. Die gewachsene Vielfalt der Methoden ist ein Reichtum, er ermöglicht den unterschiedlichsten Menschen einen Zugang zur Psychotherapie. Aus denselben Gründen ist es eine Bereicherung, dass Menschen mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Erstberufen PsychotherapeutInnen werden und damit beitragen, die Disziplin weiterzuentwickeln.
Die Psychotherapie in ihrer Vielfalt und Interdiziplinarität zu bewahren und weiterzuentwickeln ist das eigentliche Ziel der Schweizer Charta für Psychotherapie. Sie gibt sich damit einen kultur-, wissenschafts- und bildungspolitischen Auftrag.

