
Psychotherapie Charta
Standpunkte / Texte
Standpunkte der Schweizer Charta für Psychotherapie
Psychotherapie ist eine eigenständige Wissenschaft, die sich interdisziplinär aus der Praxis und Theorie entwickelt hat. Sie schöpft aus dem Fundus der Medizin, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, sowie Natur-, Kultur- und Geisteswissenschaften, deren Erkenntnisse sie in ihr eigenes Verständnis, ihre eigenen Konzepte und Theoriebildungen integriert. Psychotherapie als eine Wissenschaft vom Menschen hat ihren Blick immer auf alle Phänomene des menschlichen Lebens auszurichten, sowohl in seinen gesunden wie in seinen kranken Erscheinungsformen.
Der kritisch-wissenschaftliche Dialog, die Anerkennung unterschiedlicher Theorien und menschlicher Seinsweisen entspricht dem Wissenschaftsverständnis der Schweizer Charta für Psychotherapie. Die gewachsene Vielfalt der Methoden ist ein Reichtum, er ermöglicht den unterschiedlichsten Menschen einen Zugang zur Psychotherapie. Aus denselben Gründen ist es eine Bereicherung, dass Menschen mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Erstberufen PsychotherapeutInnen werden und damit beitragen, die Disziplin weiterzuentwickeln.
Die Psychotherapie in ihrer Vielfalt und Interdiziplinarität zu bewahren und weiterzuentwickeln ist das eigentliche Ziel der Schweizer Charta für Psychotherapie. Sie gibt sich damit einen kultur-, wissenschafts- und bildungspolitischen Auftrag.
Text der Schweizer Charta für Psychotherapie
Die Schweizer Charta für Psychotherapie führt das breite Feld unterschiedlicher Psychotherapiemethoden in einem wetlweit ersten und auf die europäische Entwicklung ausstrahlenden Prozess zusammen.In mehrjährigen Diskussionen (seit 1989) wurde zwischen den wichtigsten Psychotherapiemethoden in der Schweiz ein Konsens ausgehandelt, welche Inhalte, Fähigkeiten und Fertigkeiten durch anerkannte Psychotherapieausbildungen vermitteln werden sollen. Eine gemeinsame Definition der Grundpositionen von Psychotherapie wurde erarbeitet.Dieser dialogische Prozess setzte sich anschließend in den Institutionen, Fach- und Berufsverbänden fort und umfasste 1700 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.
Nach einer Überprüfung der Institutionen bezüglich Einhaltung der erarbeiteten Vereinbarungen unterzeichneten am 10. März 1993 in Zürich zunächst 27 Ausbildungsinstitutionen, Fach- und Berufsverbände die Schweizer Charta für Psychotherapie.
Die psychotherapeutische Ausbildung lag seit der Entstehung der Profession in der Hand privater Institutionen, die ihre eigene Forschungs- und Vermittlungskultur aufgebaut haben. Die Charta unterstützt die weitere Nutzung dieses riesigen Erfahrungsschatzes.
Die Vielfalt der Therapiemethoden wird als Qualitätsmerkmal verstanden, denn die Pluralität der Gesellschaft und die Verschiedenheit der Menschen verlangen eine Auswahl an unterschiedlichen therapeutischen Ansätzen. Aus diesem Grund steht die Charta allen Organisationen offen, welche ihre Grundwerte und Standards akzeptieren und an der Förderung der Qualität von Psychotherapie interessiert sind.
Text der Schweizer Charta für Psychotherapie (Download PDF/220KB)
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